Die endgültige Entscheidung

Zu unserem nächsten Hilfseinsatz im November 2004 flog Amahadari aber mit um seine Eltern und Geschwister in Eritrea zu besuchen und wir wollten die Einwilligung der Eltern für eine weitere Operation nämlich einer so genannten Ablatio einholen. Bei dieser Maßnahme wird das Reizleitungssystem durchtrennt.

 

Die Wiedersehensfreude der Eltern war unbeschreiblich groß und ergreifend. Amahadari kannte seine Eltern nach über 5 Monaten der Trennung nicht mehr und weinte und weinte er wollte nicht zu seinen Eltern im Laufe der Woche wurde es etwas besser aber er hatte schon eine große Distanz zu Ihnen.

 

Die Eltern stimmten der evtl. weiteren OP zu und baten mich Amahadari weiter zu betreuen und zu pflegen. Sie wollten immer nur das Beste für Ihren Sohn auch wenn das für Sie hieß sich von ihrem kleinen Sohn auf unbestimmte Zeit zu trennen. Sie sahen für ihn keine Überlebungs- Möglichkeit in Eritrea.

 

So kehrte der Kleine nach Deutschland mit uns zurück. Zuvor hatten wir allerdings noch einige Probleme mit der Ausreise aber auch die wurden gemeistert.

 

Weiterhin war die medizinische Betreuung sehr schwierig. Der Spezialist in Bremen, der eine Ablatio des Reizleitungssystems vornehmen sollte lehnte zunächst die weitere OP ab. Ein zu hohes Risiko für das Kind und kein Gewinn.

Das hieß er sah auch nach einer evtl. Ablatio nicht die Möglichkeit das Amahadari in seiner Heimat Eritrea leben konnte.

 

Das Risiko einen Schrittmacher zu bekommen ist einfach da bei solch einer Art der Therapie. In Eritrea gibt es aber keine Möglichkeit,  Kinder  mit einem Herzschrittmacher zu überprüfen.

 

Die Alternative mitels Antiarrhytmika die Einstellung der Herzrhythmusstörungen dauerhaft zu therapieren war auch nicht vorteilhafter für eine Rückführung.

Zwei , von noch vielen weiteren Faktoren die gegen eine Rückkehr sprachen.

Also blieb Amahadari bei mir. Die Eltern haben in mehreren Briefen, persönlichen Treffen den Wunsch geäußert, dass ich den Kleinen in meine Familie aufnehme und er evtl. von mir adoptiert wird.

 

Diesem Wunsch entspreche ich sehr gerne, ich liebe Dari wie mein eigenes Kind und kann mir mittlerweile ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen.

Vor ca. 3 Jahren ist Dari’s Papa gestorben, eine Rückkehr des Sohnes schien in den Gesprächen auf Grund der Tatsache für Abrahed ausgeschlossen.

Sie sah und sieht keine Möglichkeit dass ihr Kind in Eritrea medizinisch gut betreut wird und er eine Lebenserwartung hat.